Ruth Geiersberger

auf Räumen – Phase II

Klang- und Raumverrichtung

© Severin Vogl

Von und mit Ruth Geiersberger, Dietrich Kuhlbrodt, Klaus Janek, Simon Spehr und diversen Passanten | Gästebetreuung: Judith Hummel | Beobachter: Peter Jolesch | Mitdenkerin: Beate Zeller

 

Ein junger Mann (20+) trifft auf einen alten Mann (80+). Sie stellen sich dem Publikum mit ihren Erfahrungen, Erlebnissen und Sichtweisen in performativen Fragestunden. Antworten sind verboten, es dürfen nur Fragen gestellt werden. Das beeinflusst die Gestalt der Fragen: Sie tragen die gedachten Antwortmöglichkeiten in sich und verändern so ihre Form. Sowohl ein unerträgliches Zuviel an Fragestellungen als auch ein ratloses Zuwenig kann sich einstellen: LÄRM, Stille und Lärm, Stille im Lärm, Lärm als Stille, STILLE.

 

auf Räumen ist ein zweiteiliges Projekt, in dessen Mittelpunkt das Fragen steht: Fragen an sich selbst, an einen anderen, an Gott und die Welt. Antworten dürfen ausbleiben. Im Juli 2017 fand in einer leerstehenden Münchner Wohnung die erste Prozessphase statt. Das hier entstandene Material erfährt im HochX nun eine Verdichtung in Form einer begehbaren Klanginstallation. Befragt wird der Raum an sich; Thema sind auch die Spiel-Objekte aus 25 Jahren „Verrichtungen“, den Performances von Ruth Geiersberger: Sprechtüten, abgetragene Bademäntel, Spielzeug und andere banale Alltagsgegenstände. Aus dem, was im „Frage-Raum“ passiert, erzeugt der Musiker Klaus Janek ein sich ständig wandelndes Klanggespinst, das während Phase II auch im Internet abrufbar ist, sich jedoch mit jedem Aufruf nach und nach auflöst.

 

„In einer Zeit, in der wir in so viel virtuell und konkret Festgehaltenem geradezu ersticken, will ich den Moment erfahren, um ihn dann einfach vergehen zu lassen.“ (Ruth Geiersberger)

 

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

 

 

4.10. | 5.10. | 6.10. | 7.10. | 20 Uhrauf Räumen Ruth GeiersbergerKarten 14 | 9 €

Ruth Geiersberger

 

Die 1957 geborene Performerin, Schauspielerin und Sprecherin absolvierte in Paris, Berlin und München ihre Ausbildung in Körperarbeit (Feldenkrais), Gesang und Schauspiel, bevor sie eigene Projekte realisierte. Für ihre Arbeiten, die sie „Verrichtungen“ nennt, geht sie als „Feldforscherin“ auf Erkundung des städtischen Außenraums, um die momentanen Notwendigkeiten zu finden. Interdisziplinär entwickelt Ruth Geiersberger seit 1997 szenische Installationen. Die Gestaltung der Arbeiten folgt im Wesentlichen dem Gedanken, durch Klang- und Handlungsfelder neue Räume zu schaffen. Immer wieder eingebunden als Performerin wirkt Ruth Geiersberger bei zahlreichen internationalen Produktionen und Festivals mit. Pädagogisch ist sie tätig im Bereich Bewegung, Stimme und Performance.

 

www.verrichtungen.de

 

 

Dietrich Kuhlbrodt

 

spielt gern Opa-Rollen und lässt sich von der Energie junger Leute befeuern. In der Musik-Szene tritt er mit der Goa-Gruppe H.GichT. auf.  Auf der Bühne hat er aber schon früher gestanden, beginnend in Paris 1955 zum Auftakt der deutsch-französischen Freundschaft, außerdem an der Volksbühne Berlin, am Burgtheater Wien und 2016 am Schauspielhaus Zürich.

Das Improvisieren hat er im Gerichtssaal des Hamburger Landgerichts gelernt, wo er mit Überzeugung als Staatsanwalt auftrat und Naziverbrechen ahndete. Seit sechzig Jahren schreibt er inzwischen tausend Film- und auch Theaterkritiken. Mit der Künstlerin Brigitte Kausch, verstorben 2013, lebte er fünfzig Jahre zusammen. Beide traten in allen Schlingensief-Filmen und in seinen Theaterstücken der neunziger Jahre auf. Kuhlbrodt lebt als Single in Hamburg und dürstet nach Abenteuern.

 

www.dkuhlbrodt.de

Simon Spehr

 

ist Student der Japanologie und Wirtschaftswissenschaften an der LMU München. Auf der Suche nach Sinn und Unsinn in der modernen Gesellschaft befasst er sich mit Schauspiel, Performance und Ästhetik in Wettkämpfen von Fechten bis Schach und Counter-Strike. Er arbeitet an zahlreichen persönlichen Projekten, u.a. mehreren Theaterstücken und einem Jugendbuch. Außerdem erfindet er Spiele.

 

 

Klaus Janek

 

Klaus Janek, geboren in Bozen, Italien, studierte klassischen Kontrabass mit Mauro Muraro und nahm an Workshops mit Dave Holland, Peter Kowald, Laurence Butch Morris, Jaribu Shahid teil. Er exploriert Formen der Experimentellen Musik und arbeitet an

Soundrecherche am akustischen und prozessierten Kontrabass. Er beschäftigt sich mit der Erweiterung des musikalischen Vokabulars in Kreation und Wahrnehmung mit der Technik der „instant composition“, komponiert Musik für Tanz, Dokumentarfilme, eine Houseoper und macht Sounddesign. Er konzertierte u.a. in Europa, den USA, in Russland, Israel, Canada, China, Malaysia und Japan. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. für Edel Classic, FMP und Ubiquity Records.

 

www.klaus-janek.de

 

 

Judith Hummel

 

Die Tänzerin und Performerin Judith Hummel wurde 1982 in Freiburg im Breisgau geboren. Seit 2009 arbeitet sie als freie Performancekünstlerin. Seit 2015 ist sie Mitglied des Tanztendendenz e.V. Über ihre Arbeit sagt sie: „Themen die mich inspirieren und bewegen, betreffen Nähe und Distanz, Intimität, Betrachten und Betrachtetwerden.

Einfache, strukturierte Situationen her-/auszustellen, die anhalten und die Möglichkeit für verschiedene Sichtweisen eröffnen. Ich bin angezogen von der Kunstform Tanz, der Auseinandersetzung mit dem Körper, gepaart mit nicht wissen, zweifeln, aber suchen."

NEWSLETTER

PRESSE

SPONSORING

ARCHIV

IMPRESSUM

Formular wird gesendet...

Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten.

Danke, dass Sie sich für unseren Newsletter angemeldet haben!