Karen Breece

Oradour

© Lothar Reichel

Mit Katja Bürkle, Benny Claessens | Recherche, Text und Regie: Karen Breece | Musik: Beni Brachtel | Bühne: Melinka Pixis | Kostüme: Teresa Vergho | Licht: Max Kraußmüller | Dramaturgie: Tobias Staab | Historische Beratung: Dr. Andrea Erkenbrecher | Regie- und Produktionsassistenz: Jan Termin | Pressearbeit: Kathrin Schäfer Kultur PR

 

Am 10. Juni 1944, vier Tage nach der alliierten Landung in der Normandie, verübten Soldaten der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ im französischen Oradour-sur-Glane das zahlenmäßig größte deutsche Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs in Westeuropa. Die rund 150 Tatbeteiligten ermordeten 642 Einwohner des Dorfes. Die Männer wurden erschossen. Die Frauen und Kinder, die mehr als die Hälfte der Opfer ausmachten, wurden in einer Kirche zusammengetrieben, die von den deutschen Soldaten beschossen und in Brand gesetzt wurde. Viele von ihnen verbrannten bei lebendigem Leib. Bis heute wurde keiner der Täter vor einem bundesdeutschen Gericht angeklagt.

 

In dem Theaterprojekt Oradour begibt sich die Regisseurin Karen Breece auf die Suche nach den Konsequenzen des Massakers für die Opfer, die Tatbeteiligten und ihre Nachfahren. Gleichzeitig reflektiert Oradour unseren heutigen Umgang mit der deutschen NS-Geschichte: Gibt es gegenwärtig einen Überdruss an der Aufarbeitung des Vergangenen? Wie können sich die Generationen der Gegenwart überhaupt von Verbrechen ihrer Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern betroffen fühlen? Sollte nicht langsam Gras darüber wachsen? Auf der Grundlage ihrer einjährigen Recherche hat Karen Breece aus Ermittlungs- und Gerichtsprotokollen sowie aus Gesprächen mit Zeitzeugen und Nachfahren von Opfern und Tätern einen Theatertext geschaffen. Dieser bildet den Ausgangspunkt für eine Reihe fiktionaler Spielszenen, die die Regisseurin gemeinsam mit ihren SchauspielerInnen Katja Bürkle und Benny Claessens im Zuge der Proben entwickelt hat. Zwischen Schwierigkeiten des Erinnerns und der Unmöglichkeit des Vergessens. Zwischen der Absurdität der Realität und der Unzulänglichkeit ihrer Repräsentation. Zwischen einer unmöglichen Vergangenheit und einer unmöglichen Gegenwart.

 

Eine Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen in Kooperation mit dem Institut Français de Munich und dem NS-Dokuzentrum. Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt München, des Bezirk Oberbayern und des Goethe-Instituts.

 

 

15.02. | 20.00 UhrOradour Karen BreeceKarten 18 | 10 €

16.02. | 20.00 UhrOradour Karen BreeceKarten 18 | 10 €

17.02. | 20.00 UhrOradour Karen BreeceKarten 18 | 10 €

23.02. | 20.00 UhrOradour Karen BreeceKarten 18 | 10 €

24.02. | 20.00 UhrOradour Karen BreeceKarten 18 | 10 €

Karen Breece

 

Karen Breece studierte von 1997 bis 2001 Darstellende Kunst bei Prof. Dr. David Esrig an der Athanor Akademie. Sie schreibt und inszeniert Stücke, die sie auf der Basis intensiver Recherchearbeit und persönlicher Gespräche entwickelt. Neben diversen Projekten, die sich mit der Auseinandersetzung und Aufarbeitung der deutschen Geschichte, insbesondere dem Nationalsozialismus, beschäftigen (Die Blutnacht auf dem Schreckenstein, 2012/13, Dachau//Prozesse, 2014) liegt ein zweiter thematischer Fokus der US-Amerikanerin auf der (politischen) Gegenwart (was wir liebten, 2013, Welcome To Paradise, 2015, Don’t forget to die, 2017). Ihre jüngeren Projekte konzentrieren sich auf Diskurse und Fragestellungen der Interkulturalität und Identität, vor allem vor dem Hintergrund eines im Wandel befindlichen Europa. Das „Dokumentar-Theater“ von Karen Breece entsteht auf der Grundlage von Interviews mit (Zeit-)Zeugen und – je nach thematischer Verortung – direkt Betroffenen, die sie transkribiert und dann mehrfach überschreibt, indem sie die Aussagen durch literarische, politische oder philosophische Verweise und Assoziationen neu kontextualisiert. Durch ihren Ansatz, das Publikum mittels partizipativer Strukturen einzubinden und häufig „site-specific“, also bewusst an konnotierten Orten des Öffentlichen Raums zu arbeiten, schafft Breece Reflexionsräume, die den Grenzbereich zwischen Kunst und Leben unscharf erscheinen lassen. Auf diese Weise werden Prinzipien des Dokumentarischen und das Genre des Dokumentar-Theaters in ihren Grundfesten reflektiert.

 

www.karenbreece.com

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